Proxmox Cluster einrichten

Homelab 16U Rack 4-Node Cluster
Schritt 01

Boot-Medium & Installation starten

  1. Proxmox VE ISO von der offiziellen Seite herunterladen.
  2. ISO auf einen USB-Stick flashen. Ventoy vermeiden — verursacht erfahrungsgemäß Probleme mit dem Proxmox-Installer.
  3. Vom USB-Stick booten (F12 beim Start).
  4. „Install Proxmox VE (Graphical)" wählen. Das betrifft nur den Wizard — es werden dieselben Pakete installiert wie bei der Terminal-UI-Variante.
  5. User Agreement bestätigen, korrekte Disk auswählen und auf Options klicken.
Schritt 02

Harddisk Options

ParameterEmpfehlung
Filesystem ext4 — die „just works"-Option. ZFS ist flexibler, verbraucht aber deutlich mehr RAM.
hdsize Standardwert belassen. Proxmox erkennt die NVMe-SSD-Größe automatisch.
swapsize 4–8 GB
maxroot 32 GB — hier liegt das OS: Kernel, Pakete, Logs, Config.
minfree 2 GB — reservierter Puffer, damit Snapshots funktionieren und die Disk nicht vollläuft.
maxvz leer lassen — Proxmox nimmt automatisch den Rest.
Swap ist kein RAM-Ersatz. Er verhindert lediglich, dass der OOM-Killer VMs sofort abschießt, und gibt dir Zeit zum Reagieren. Faustregel: Weniger RAM → mehr Swap als Sicherheitsnetz. Wenn dein Server regelmäßig swappt, stimmt etwas anderes nicht.
Schritt 03

Locale & Zeitzone

Country, Timezone und Keyboard-Layout korrekt einstellen. Diese Werte beeinflussen Cron-Jobs, Zertifikate, Logs und die Cluster-Synchronisation.

Wichtig: Unterschiedliche Zeitzonen innerhalb eines Clusters führen zu Sync-Problemen. Alle Nodes müssen identisch konfiguriert sein.

Anschließend das Root-Passwort vergeben und bestätigen. Dieses wird für das Web-Interface, SSH, die lokale Konsole und das Verbinden der Cluster-Nodes benötigt.

Schritt 04

Netzwerk-Konfiguration

Management Interface nic0 (Ethernet)
Hostname pve1.fritz.box — Node 1, angepasst an FritzBox-Router
IP Address (CIDR) xxx.xxx.xxx.xxx/24 — später in der FritzBox als feste IPv4 eintragen
Gateway Standard-Router-Gateway-Adresse
DNS Server Gleich wie Gateway. Bei Pi-hole / AdGuard stattdessen dessen IP eintragen.
Pin network interface names — aktiviert lassen. Dadurch behält der Netzwerkadapter seinen Namen zur MAC-Adresse. Ohne Pinning kann sich der Interface-Name nach einem Kernel-Update ändern und die Node ist nicht mehr erreichbar.

Installation durchlaufen lassen. Nach dem automatischen Neustart erscheint die CLI mit der URL zum Web-Interface.

Schritt 05

Web-Interface & Login

Die angezeigte URL im Browser aufrufen (Port 8006, HTTPS).

FeldWert
Usernameroot
PasswordDas bei der Installation vergebene Passwort
RealmLinux PAM — Standard-Authentifizierung. Eigene Proxmox-User können später angelegt werden.
LanguageBetrifft nur die Sprache der Web-UI
„No valid subscription" — einfach bestätigen. Proxmox ist vollständig kostenlos nutzbar. Die Meldung ist lediglich Werbung für den kommerziellen Support.
Schritt 06

Repository umstellen

Im Task-Bereich erscheint sofort der Fehler „Update package database failed". Proxmox versucht standardmäßig, Updates von der Enterprise-Repository zu laden — ohne Subscription schlägt das fehl.

Rechtsklick auf die Node → Shell öffnen und folgende Befehle ausführen:

# 1. No-Subscription Repository hinzufügen
echo -e "Types: deb\nURIs: http://download.proxmox.com/debian/pve\nSuites: trixie\nComponents: pve-no-subscription" \
  > /etc/apt/sources.list.d/pve-no-subscription.sources

# 2. Enterprise & Ceph Repos deaktivieren
sed -i '1i Enabled: no' \
  /etc/apt/sources.list.d/ceph.sources \
  /etc/apt/sources.list.d/pve-enterprise.sources

# 3. System aktualisieren
apt update && apt dist-upgrade -y
Schritt 07

FritzBox konfigurieren

  1. FritzBox Web-UI aufrufen unter fritz.box.
  2. DHCP-Pool begrenzen — z.B. auf .20 bis .149. Adressen ab .150 werden dann nicht automatisch an neue Geräte vergeben und stehen für feste Zuweisungen bereit.
  3. Die IPv4-Adresse jeder Proxmox-Node als feste IPv4 in der FritzBox eintragen.
Tipp: Für jede der vier Nodes eine konsistente Namenskonvention verwenden — z.B. pve1 bis pve4 mit den IPs .150 bis .153.